Vom Casino inspirierte Künstler: die echten Werke und die echten Räume

March 19, 2026 • Elise Rowan

Was sich auf dieser Seite geändert hat. Die frühere Fassung war aus Sicht des Betreibers geschrieben und lud die Leser ein, gemeinsam mit Solibet Casino die Liebesgeschichte von Kunst und Glücksspiel zu feiern; dazu stand dort ein Satz über den Teufel, der in den Augen der Spieler tanzt, ausgewiesen als inspiriert von Edvard Munchs eigenen Worten. Diesen Satz hat Munch nie geschrieben. Das Thema bleibt, die erfundene Stimme und das erfundene Zitat sind weg, und jedes hier genannte Werk lässt sich in einer öffentlichen Sammlung nachprüfen.

Kartenspieler an einem grünen Tisch in einem schwach beleuchteten Casinoraum

Die Werke, die es gibt, und wo sie hängen

Caravaggios Die Falschspieler, um 1594 entstanden, zeigt einen Jungen, der von zwei Zusammenarbeitenden beim Kartenspiel ausgenommen wird: Der eine liest ihm über die Schulter das Blatt ab und gibt Zeichen, der andere hat eine Karte im Gürtel. Es ist das Gründungsbild des Genres, und fast jede spätere Betrugsszene übernimmt seine Anordnung. Georges de La Tour griff das eine Generation später in zwei Fassungen eines Falschspielers mit verstecktem Ass auf, diesmal mit dem Opfer zwischen einer Kurtisane und einer Dienerin, und alle im Bild schauen einander von der Seite an.

Paul Cezanne nahm die Dramatik heraus. Zwischen etwa 1890 und 1895 malte er fünf Fassungen von Kartenspielern, meist Landarbeiter seines eigenen Guts, ohne Falschspieler, ohne sichtbares Geld und ohne Handlung außer Konzentration. Edvard Munch ging den umgekehrten Weg: Er besuchte Anfang der 1890er Jahre das Casino in Monte Carlo und malte den Roulettesaal als Menge gebeugter Rücken um einen grünen Tisch, während alles Licht aus dem Bild in das Tableau läuft.

Die meistreproduzierten Glücksspielbilder der Welt waren allerdings Werbung. Cassius Marcellus Coolidge erhielt 1903 von der Druckerei Brown and Bigelow den Auftrag für eine Serie für Kalender und Zigarrenwerbung: sechzehn Gemälde, neun davon mit Hunden am Kartentisch.

Werk Künstler Datierung Standort
Die Falschspieler Caravaggio um 1594 Kimbell Art Museum, Fort Worth
Der Falschspieler mit dem Kreuz-Ass Georges de La Tour um 1630er Jahre Kimbell Art Museum, Fort Worth
Der Falschspieler mit dem Karo-Ass Georges de La Tour um 1636 Musee du Louvre, Paris
Die Kartenspieler, fünf Fassungen Paul Cezanne 1890 bis 1895 Orsay, Metropolitan, Courtauld, Barnes, Privatbesitz
Am Roulettetisch in Monte Carlo Edvard Munch 1892 Munch-Museum, Oslo
Dogs Playing Poker, Serie aus sechzehn Bildern Cassius Marcellus Coolidge ab 1903 Privatsammlungen
Fiori di Como, Lobbydecke Dale Chihuly 1998 Bellagio, Las Vegas

Moderne Casinokunst besteht eher aus Glas und Skulptur als aus Malerei. Chihulys 1998 installiertes Fiori di Como ist eine Decke aus rund zweitausend mundgeblasenen Glasformen über der Lobby des Bellagio, und dasselbe Haus eröffnete im selben Jahr eine kostenpflichtige Kunstgalerie. Die Botschaft beider ist deutlich genug: Das hier ist keine Spielhalle.

Was ein Kunstberater für ein Casino wirklich tut

Kunstberatung für Casinos ist ein realer Beruf mit einer recht nüchternen Stellenbeschreibung. Man baut eine Sammlung nach Thema und Budget auf. Man vergibt ortsspezifische Aufträge, was bedeutet, eine Künstlerin, einen Fertiger, einen Statiker und ein Montagefenster zu koordinieren, das zwischen Schließung und Öffnung passen muss. Man kümmert sich um Versicherungswerte, Konservierung und Lichtstärken, die eine Leinwand über zehn Betriebsjahre nicht ausbleichen. Und man sitzt mit den Architekten über dem Grundriss, denn in einem fensterlosen Gebäude ist eine große Skulptur zugleich ein Orientierungspunkt, und Orientierungspunkte sind der Weg, auf dem Menschen sich bewegen.

Genau dort wird Dekoration zur Wegeführung, und Wegeführung ist ein Designhebel. Dort endet aber auch die Wirkung der Kunst. Eine beauftragte Decke verändert die Mieten, die ein Resort verlangen kann, und die Fotos, die Gäste machen. Sie verändert keine Gewinntabelle, keine Kartenzusammensetzung und keinen Kessel.

Wie eine Spielfläche gebaut wird

Zwei Schulen streiten seit dreißig Jahren über Casinoflächen. Bill Friedman plädierte 2000 in Designing Casinos to Dominate the Competition für kleinteilige, niedrige Räume, kurze Sichtachsen, Automaten direkt hinter dem Eingang und nichts Dekoratives, das um Aufmerksamkeit konkurriert. David Kranes hatte 1995 in einem Aufsatz über das Casino als Spielplatz das Gegenteil vertreten: offene Blickachsen, Tageslicht, Landmarken, bequeme Sitzgelegenheiten, ein Raum, in dem man sein will. Las Vegas der Wynn-Ära ging den zweiten Weg, und deshalb kam die Kunst.

Die wiederkehrenden Details prüft man beim Hineingehen. Es gibt keine Uhren und meist keine Fenster im Spielbereich. Der Teppich ist absichtlich laut, denn ein kontrastreiches Muster verbirgt Abnutzung und Flecken zwischen den Grundreinigungen und ist unangenehm anzusehen, was den Blick auf Automatenhöhe hält. Das Oberlicht ist gedämpft, die Automatenfronten sind hell. Der Bargeldzugang liegt innerhalb der Fläche und nicht am Ausgang. Die Sitze sind für langes Sitzen gebaut. Das Farbkonzept leistet dabei seine eigene stille Arbeit, worum es im Text über die Psychologie der Farben in Casinospielen geht.

Was das Design mit dem Geld macht

Nichts davon ändert eine Auszahlung. Jedes genannte Element wirkt auf eine einzige Größe: wie lange Sie bleiben und damit wie viel Sie setzen. Der Erwartungsverlust ist Umsatz mal Hausvorteil, und der Umsatz ist Einsatz mal Tempo mal Zeit.

Mit Zahlen: Europäisches Roulette behält 2,70% von allem Gesetzten, der amerikanische Kessel mit seiner zweiten grünen Null 5,26%. Bei 40 Coups pro Stunde zu 5 Einheiten sind das 200 Einheiten Umsatz pro Stunde und rund 5,40 Einheiten Erwartungsverlust am europäischen Kessel. Ein Automat mit ausgewiesenen 96% Auszahlungsquote lässt 4% beim Haus, und Automaten laufen schnell: 600 Drehungen pro Stunde zu 0,50 sind 300 Einheiten Umsatz und 12 Einheiten Erwartungsverlust pro Stunde. Wer statt einer Stunde zwei bleibt, verdoppelt bei gleichem Einsatz und Tempo beides. Das ist der ganze Mechanismus, und deshalb ist der Teppich hässlich.

Diese Arithmetik überlebt jeden Szenenwechsel. Ein Live-Dealer-Tisch, hergerichtet wie ein Filmset und von einem Menschen vor drei Kameras gegeben, bepreist seine Einsätze nach genau denselben festen Regeln wie die Softwarefassung, wie der Beitrag über Live-Dealer-Casinos darlegt. Die Zahlen lassen sich an den veröffentlichten Spielregeln jedes Anbieters nachrechnen, und die Bedingungen der Willkommensangebote auf unserer Bonusseite liest man mit derselben Rechnung im Kopf am besten.

Wie man eine Kunstbehauptung prüft

Der meiste Unsinn über Casinokunst lässt sich in zwei Minuten aufklären. Ein echtes Werk hat eine Sammlungsseite mit Inventarnummer oder einen Auktionsnachweis mit Haus, Datum und Losnummer; ein Preis ohne diese drei Angaben ist eine Pressemitteilung. Am meisten Misstrauen verdienen Zitate: Ein Satz, der als inspiriert von den eigenen Worten eines Künstlers angeboten wird, ist ein Satz, den jemand für den Anlass geschrieben hat, und genau das tat die frühere Fassung dieser Seite mit Munch. Ist ein Satz echt, hat er eine Quelle, ein Datum und eine Übersetzung.

Der praktische Teil: Casinodesign ist darauf gebaut, eine Sitzung zu verlängern, also legen Sie Dauer und Kosten vor dem Start fest. Richten Sie Einzahlungs-, Verlust- und Zeitlimits im Konto ein, behandeln Sie den gesetzten Betrag als bereits ausgegeben und spielen Sie nie mit geliehenem Geld oder auf Kredit. Fühlt sich das Spiel nicht mehr wie eine freie Entscheidung an, ist die nationale Hilfestelle für Glücksspielsucht der richtige Anruf.

Häufige Fragen

Welche berühmten Gemälde zeigen Glücksspiel?

Am besten dokumentiert sind Caravaggio, Die Falschspieler, um 1594, und Georges de La Tour, Der Falschspieler mit dem Kreuz-Ass, beide im Kimbell Art Museum in Fort Worth; eine zweite Fassung de La Tours mit dem Karo-Ass im Louvre; Paul Cezanne, Die Kartenspieler, fünf Fassungen zwischen etwa 1890 und 1895; sowie Edvard Munch, Am Roulettetisch in Monte Carlo, 1892, in Oslo. Zu jedem Werk gibt es eine Sammlungsseite mit Inventarnummer.

Was macht ein Kunstberater für ein Casino konkret?

Vier Dinge: eine Sammlung nach Thema und Budget aufbauen und einkaufen, ortsspezifische Arbeiten wie eine Lobbydecke oder eine Atriumsarbeit in Auftrag geben und deren Fertigung und Montage steuern, Versicherungswerte, Konservierung und Lichtstärken betreuen sowie mit den Architekten festlegen, wo ein Werk in den Sichtachsen steht, damit es in einem fensterlosen Gebäude zugleich als Orientierungspunkt dient. Mit den Spielen selbst hat nichts davon zu tun.

Verändert die Innenarchitektur eines Casinos meine Gewinnchancen?

Nein. Der Hausvorteil steht in den Spielregeln: 2,70% beim europäischen Roulette, 5,26% beim amerikanischen Kessel und 100% minus der veröffentlichten Auszahlungsquote beim Spielautomaten. Design wirkt darauf, wie lange Sie bleiben und wie schnell Sie setzen, und der Erwartungsverlust ist Umsatz mal diesem festen Vorteil. Doppelte Zeit bei gleichem Einsatz und Tempo bedeutet ungefähr doppelten Erwartungsverlust.

Die Bilder lohnen den Blick, die Räume lohnen das Verständnis. An den Kosten einer Drehung ändert beides nichts, und genau diese Zahl dekoriert ein Casino nie.

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